Privatisierung
Als Datum für die Privatisierung der Landwirtschaft wird oftmals das Frühjahr 2000 genannt. Möglich war die Privatisierung der Betrieb schon seit 1994, nur wurde davon kaum Gebrauch gemacht. Im Dezember 1999 hat der damalige Präsidenten Kutschma durch einen Erlass verfügt, dass die Privatisierung bis Mai 2000 abgeschlossen werden soll. Dadurch wurden auch die restlichen (99%) KSP (kollektiver Landwirtschaftsbetrieb) privatisiert. Jedem Kolchosmitglied wurde ein Anteil (→ Pai) am Kolchoseigentum übergeben, wobei es unterschiedliche Verfahrensweisen zwischen Boden und Betriebseigentum gab.
Landwirtschaftlich genutztes Land wurde in gleichwertige Stücke auf alle Betriebsmitglieder aufgeteilt. Im Schnitt wurden jedem Dorfbewohner ca. 5 ha zugewiesen. Im Westen, wo die Betriebe kleiner waren und die Bevölkerungsdichte größer, waren es weniger als 1 ha, im Osten über 10 ha. → Boden. Jeder hat sein Land an einem Stück bekommen.
Das Betriebseigentum (Gebäude, Maschinen, Tiere usw.) wurden in eine Gesellschaft (meist GmbH oder AG) überführt und die Anteile an die Mitarbeiter übergeben. Im Gegensatz zum Boden waren die Anteile unterschiedlich groß. Abhängig von der Betriebszugehörigkeit und der Stellung hat man mehr oder weniger Anteile bekommen.
Neben der Privatisierung war der Rückzug des Staates aus der Finanzierung der Landwirtschaft im Frühjahr 2000 ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung.
Neben den privatisierten KSP sind viele weitere landwirtschaftliche Betriebe entstanden: Private Farmerwirtschaften (→ Farmer) und Gesellschaften. Die Gesellschaften wurden oft von einem oder mehreren ehemaligen KSP-Mitarbeitern gegründet, meistens aus der Führungsebene. Es gibt aber auch viele landwirtschaftliche Betriebe, die durch Personen oder Firmen gegründet wurden, die keinen Bezug zur Landwirtschaft hatten. Viele haben sich wegen der begünstigten Steuer (→ Steuer) für landwirtschaftliche Betriebe oder durch hohe Gewinnerwartungen dazu entschieden in die Landwirtschaft zu investieren.
Luftbild mit Flächenraster
